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Schnell wachsende Fläche für biologischen Weinbau Spanien liegt mit 58.000 Hektar weltweit vorne

PRESSEMITTEILUNG

Düsseldorf, Dezember 2011.

 

Spanien bietet beste Voraussetzungen für den biologischen Weinbau. Das Klima ebenso wie die Böden ermöglichen es den Winzern fast überall qualitativ hochwertiges Lesegut hervorzubringen. Die Durchschnittshöhe des Landes liegt bei etwa 625 über NN. Diese Situation sorgt auf den beiden Hochebenen, welche den Großteil der spanischen Rebflächen beherbergen, für ein extremes Kontinentalklima. Bei hoher Sonneneinstrahlung und wenig Niederschlag stehen die Rebberge auf kargen, mit wenig organischem Material durchsetzten Böden, die Pilz- und Schädlingsbefall in normalen Jahren auf eine Minimum reduzieren. Über die Winter kommt es zudem zu starkem Frost, der dem Überleben vieler Schädlinge entgegenwirkt.

Doch nicht nur im Hochland von Alt- und Neukastilien setzt sich der biologische Traubenanbau durch. Auch im gesamten Osten der Halbinsel von Katalonien bis Murcia entstehen immer mehr Bio-Weinbaubetriebe, die das dort herrschende trockene mediterrane Klima in ihrem Sinne für sich nutzen. Gerade das Hinterland der Küstenstreifen mit seinen teilweise semiariden Landschaften bietet ein großes Potenzial. Dies hat dazu geführt, dass die biologisch bewirtschafteten Rebflächen stark zugenommen haben und sich der Wein aus biologischem Anbau nach den „grünen“ Olivenölen zur zweitwichtigsten landwirtschaftlichen Bio-Produktgattung Spaniens entwickelt hat.

Die größte Fläche für Wein aus biologischem Anbau

 

Spanien besitzt heute in absoluten Zahlen die größte Bioweinanbaufläche der Welt. Im Dezember 2010 wies das Land rund 58.000 Hektar Bio-Rebfläche aus und liegt damit inzwischen deutlich vor Italien und Frankreich. Auch prozentual gesehen schiebt sich das Land ganz nach vorne. Legt man eine Rebfläche von 852.000 Hektar zugrunde, dann beläuft sich der biologisch bearbeitete Anteil auf 6,8 Prozent, ein Wert, der nur von Österreich übertroffen wird. Experten rechnen auch weiterhin mit einem kräftigen Anstieg der spanischen Bio-Rebflächen, da sich eine stattliche Anzahl an Weinbergen in der Umstellung befindet. Schon von 2008 auf 2009 haben einige Regionen ihre Rebflächen mit biologischer Bewirtschaftung verdoppeln können. Bis Ende 2011 wird ein weiterer Schub erwartet. Stärkste Region in Sachen

biologischer Bewirtschaftung im Weinberg ist die südlich von Madrid gelegene Großregion Kastilien-La Mancha, die rund 30.000 Hektar aufweist. Mit 10.675 Hektar bzw. 5.454 Hektar folgen Murcia und Valencia, im Anschluss Katalonien (4.585 Hektar) und die westspanische Region Extremadura (1.735 Hektar). Neben kleinen Erzeugern setzten erstaunlicherweise gerade die Genossenschaften verstärkt auf biologischen Anbau. Für das Zentralgebiet südlich der Hauptstadt bedeutet dies auch einen stark wachsenden Anteil an hochwertigen Bio-Fassweinen, die auf dem Weltmarkt immer stärker nachgefragt werden. Kastilien-La Mancha zählt momentan 60 eingetragene Bodegas gegenüber 49 im Vorjahr. Bei der Anzahl der Erzeuger liegt Katalonien mit 86 Kellereien ganz vorne. Diese Zahlen sagen jedoch nichts über die Menge der Weinbauern aus die biologisch arbeiten, sondern betreffen nur die Abfüller. Ein Beispiel: Während auf der nördlichen Hochebene in der Region Kastilien & León 27 Bodegas aktiv sind, weist der eingesetzte Kontrollrat mit Sitz in Valladolid, Consejo de Agrícola Ecologica de Castilla y León (CAECyl) 78 „Traubenproduzenten“ mit kontrollierten Weinbergen in biologischem Anbau aus. Die Anzahl aller spanischen Bio-Kellereien lag zu Beginn des Jahres 2011 bei knapp 470, Bio-Weinbauern gibt es jedoch bedeutend mehr. Momentan sind für die Kontrolle der eingetragenen Traubenproduzenten und Kellereien 26 Einrichtungen zuständig, die in der Regel direkt den regionalen Landwirtschaftsministerien unterstellt sind. Andalusien und Kastilien-La Mancha beschäftigen dagegen private Kontrollunternehmen.

Das Angebot spanischer Weine aus biologischem Anbau ist aufgrund der unterschiedlichen Klimata und Rebsorten sehr vielseitig. Viele der neueren Erzeuger zählen zu den Besten des Landes, die Weinmacher zur Crème de la Crème ihres Fachs. Weine aller Stile und Preisklassen finden sich heute unter dem Gütesiegel für biologischen Anbau. Während im feuchten Nordwesten noch wenige Betriebe eingetragen sind, erlebt der biologische Weinbau beispielsweise in Katalonien einen beeindruckenden Boom. Dabei sind dort nicht nur die kleinen und mittelständischen Kellereien wie Albet i Noya oder Parés Baltá engagiert. Auch Torres hat schon über 500 Hektar seiner Weinberge umgestellt. Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass sich gerade auch Spitzenweinmacher zunehmend der Biodynamik zuwenden. Drei der wohl berühmtesten Namen des spanischen Weinbaus stehen für diese Tendenz, so Ricardo Palacios im Bierzo, Peter Sissek in Ribera del Duero und Telmo Rodríguez, der in zahlreichen Anbaugebieten aktiv ist. Der biodynamische Gedanke, der auf den Lehren Rudolf Steiners beruht, gewinnt in Spanien zunehmend an Bedeutung. Rückenwind bekommt der biodynamische Anbau in Spanien natürlich durch die hervorragenden Bewertungen für die Weine vieler biodynamischer

Betriebe. Nicht nur die obengenannten Stars ernten internationale Anerkennung sondern auch Erzeuger wie Terroir al Limit oder Mas d´en Gil aus dem Priorat, Jimínez Landi und Bodegas Canopy aus Méntrida bei Toledo oder Adrada Ecológica und Campos Góticos in Ribera del Duero. Genaue Angaben über die Anzahl der Winzer, die ihre Weinberge biodynamisch bewirtschaften liegen nicht vor. Es kann jedoch von knapp 50 Erzeugern ausgegangen werden, von denen rund 30 inzwischen zertifiziert sind.

Friedrich Schatz, Vorreiter der Biodynamie und Erfolgswinzer in den Bergen von Málaga, prognostiziert dem biodynamischen Weinbau in Spanien eine große Zukunft: „Biodynamie im Weinberg weist die notwendigen Lösungen für die Probleme auf, die beispielsweise der Klimawandel mit sich bringt. In unseren Anlagen ist deutlich zu spüren, wie die Pflanze überraschend flexibel auf die sich ändernden Klimaverhältnisse reagiert und in trockenen Jahren ihren Wasserhaushalt beispielsweise weitestgehend selbst reguliert. Aber auch in feuchten Jahren wie 2011 mobilisiert unser Weinberg eigene Abwehrkräfte, um dem Pilz- und Schädlingsbefall entgegenzutreten. Biodynamie ist nicht die Antwort auf alles, aber sie stellt einen Weg dar, hohe Qualität in solch extremen Witterungsverhältnissen, wie sie Spanien aufweist, auf schonende und nachhaltige Weise zu erreichen.“

Pressekontakt:

Pablo Calvo                                                    Sonja Overhage-Mrosk

Leiter Abteilung Wein                                       Weinakademikerin – stellv. Leiterin Abteilung Wein

SPANISCHE WIRTSCHAFTS- und HANDELSABTEILUNG

Spanisches Generalkonsulat

ICEX – WEIN AUS SPANIEN

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Gute Beteiligung beim Internationalen Preis des Silvaner Forums

Silvaner-Sieger 2011: Renommierte Güter und neue Gesichter

Hamburg, 16. November 2011

Der Wettbewerb um den Internationalen Preis des Silvaner Forums ist entschieden.

Goldene Rebscheren –das Symbol für die Sieger des Wettbewerbs-gehen an das Weingut Wilker, Pleisweiler-Oberhofen (Basic), das Weingut Alte Schmiede, Siefersheim (Premium), das Weingut Horst Sauer, Escherndorf (Solitär), denStaatlichen Hofkeller, Würzburg (Nobel), an das Fürstlich Castell´sche Domänenamt, Castell (Gereift) und an die Domaine Daniel Ruff, Heiligenstein /
Elsass (International).

Im Rahmen der Auszeichnung im Hamburger Restaurant PLUTO machte Artur Steinmann, Vorsitzender des Silvaner Forums, deutlich, dass der Wettbewerb, der nun bereits zum 6. Mal stattgefunden hat, dieser klassischen und zugleich modernen Rebsorte eine neue Beachtung gebracht hat. Silvaner steht im Rahmen einer globalisierten Weinwelt für Authentizität, für Tradition und auch für Zukunft.
Wettbewerbs-Leiter Hermann Mengler freute sich vor allem über die gute Beteiligung von 407 Anstellungen – ein erfreuliches Ergebnis angesichts des nicht ganz einfachen Jahrgangs 2010, der das Gros der Weine ausmachte.

Die meisten Anstellungen kamen aus Franken (53%), gefolgt von Rheinhessen (31%) und der Pfalz (6%). Mengler dankte auch den Mitgliedern der Jury, darunter Weinjournalisten wie Pit Falkenstein und Cornelius Lange, Sommeliers wie Christina Fischer oder Astrid Zieglmeier, versierten Silvaner-Kennern wie Cormac Clancy oder dem Bremer Ratskellermeister Karl-Josef Krötz und vielen
erfahrenen Silvaner-Winzern, die sich dieser großen Silvaner-Verkostung im DLR Oppenheim angenommen hatten.

Sommelière Ina Finn und Hermann Mengler stellten die Sieger und ihre erfolgreichen Weine vor. Besondere Aufmerksamkeit widmeten sie den beiden neuen Wettbewerbskategorien „Solitär“ und „Gereift“, mit denen zum einen die stilistisch sehr individuellen Silvaner-Unikate ins Blickfeld rücken und andererseits das exzellente Reifepotenzial des Silvaners bei den mehr als 10 Jahre alten trockenen Menüweinen herausgestellt wird.

Die Probe aufs Exempel brachte die Präsentation der Sieger, bei der die Gäste die erfolgreichsten Weine des Silvaner-Wettbewerbs verkosten konnten.

Die Gewinner der Goldenen Rebschere beim Internationalen Preis des Silvaner Forums: Horst Sauer, Artur Steinmann (Vorsitzender des Silvaner Forums), Annika Strebel (Deutsche Weinkönigin), Michael Jansen, Alexandra Seyberth, Karlheinz Rebitzer, Andreas Seyberth, Daniel Ruff, Lisa Rapp (v.l.n.r.).

Kategorie Basic:

2010 Silvaner trocken, Weingut Wilker, Pleisweiler-Oberhofen (Pfalz)

Kategorie Premium:

2010 Silvaner Auslese trocken, Siefersheimer Heerkretz, Weingut Alte Schmiede, Siefersheim (Rheinhessen)

Kategorie Solitär:

2009 Escherndorfer Lump Silvaner trocken, Großes Gewächs;  Weingut Horst Sauer, Escherndorf (Franken)

Kategorie Nobel:

2009 Silvaner Eiswein, Abstwinder Altenberg; Staatlicher Hofkeller, Würzburg (Franken)

Kategorie Gereift:

2001 Silvaner trocken, 10. APRILES anno 1659; Fürstlich Castell´sches Domänenamt, Castell (Franken)

Kategorie International:

2010 La Grange Sylvaner, Domaine Daniel Ruff, Heiligenstein (Elsass)

Bei Fragen und für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Silvaner Forum e.V.
Otto-Lilienthal-Straße 4
55232 Alzey
Tel.: 06731-951074-60
info@silvaner-forum.de
www.silvaner-forum.de

 

Redaktion: Informationsbüro Frankenwein
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DEUTSCHE SPÄTBURGUNDER IM INT. VERGLEICH

Internationale Spätburgunder Vergleichsprobe in London auf Initiative des DWI

Artikel aus: Wein-Inside.de – das B2B-Weinmagazin im Internet

Deutsche Spätburgunder sind im internationalen Vergleich qualitativ bestens aufgestellt. So das Ergebnis einer vom Deutschen Weininstitut (DWI) initiierten internationalen Vergleichsprobe, die am 28.Oktober 2011 in London stattfand und bei der eine international besetzte Jury sieben der ersten zehn Plätze an deutsche Erzeugnisse vergab.
Am Start waren einerseits zwanzig Pinot Noirs aus Argentinien, Australien,
Chile, Frankreich, Neuseeland, Österreich, der Schweiz, Südafrika und den USA.
Die Auswahl dieser Weine oblag dem britischen Weinjournalisten und Master of
Wine Tim Atkin.
Aus Deutschland komplettierten neunzehn Spätburgunder die Vergleichsprobe
(ausgewählt waren zwanzig, ein Wein kam nicht rechtzeitig an). Diese wurden im
September im Rahmen einer vom DWI organisierten Vorauswahl aus insgesamt 380
Spätburgundern bestimmt, an der die Sommeliere Christina Fischer, der Weinjournalist Stephan Reinhardt, der Seminaranbieter Alexander Kohnen sowie die Briten Hamish Anderson (Weineinkäufer bei Tate) und Tim Atkin MW als Juroren teilnahmen.
Die zehn besten Weine stellten folgende Erzeuger

Rang 1
Antica Terra (Oregon, USA)

Rang 2
Au bon Climat (USA – Kalifornien)

Rang 3
Winzerhof Thörle (Deutschland – Rheinhessen)

Rang 4
Weingut Rudolf Fürst (Deutschland – Franken)

Rang 5
Weingut Ziereisen (Deutschland – Baden)

Rang 6
Weingut Gutzler (Deutschland – Rheinhessen)

Rang 7
Weingut Ziereisen (Deutschland – Baden)

Rang 8
Felton Road (Neuseeland – Central Otago)

Rang 9
Weingut Jean Stodden (Deutschland – Ahr

Rang 10
Weingut Heitlinger GmbH (Deutschland – Baden)

Juroren der ‚Endrunde’ in London waren Jancis Robinson MW, Peter McCombie MW, Xavier Rousset MS, Gearoid Devaney MS, Hamish Anderson, Christine Parkinson, Anthony Rose, Ronan Sayburn, Stephen Brook, Matthew Jukes, Gabriel Sagage und Stephan Reinhardt sowie Tim Atkin MW, der die Verkostung leitete.

V.i.S.d.P. Michael A.
Richter / 02.11.2011
Alle Rechte vorbehalten – All rights reserved

Die Renaissance einer alten Traube

Reinsortige Garnacha-Weine sorgen für Aufsehen

Die Rebstöcke der Garnacha sind in Spanien nahezu überall zu Hause. Für die Hälfte der 65 Herkunftsbezeichnungen des Landes ist die Traube zugelassen, bis zur Jahrtausendwende galt sie als meistangebaute rote Rebsorte Spaniens. Dann ging der Anbau etwas zurück. Heute jedoch nehmen Winzer diese Rebsorte wieder verstärkt wahr. Denn im Zuge des Klimawandels zeigen sich ihre Stärken, sie ist hervorragend an trockenes und warmes Terroir angepasst.

Die größten Anbaugebiete liegen in Rioja, in Aragón sowie in weiten Teilen Kataloniens, die Gesamtfläche in Spanien wird mit rund 20.000 ha angegeben. Kein Wunder, denn die Rebe gilt seit jeher als genügsam und widerstandsfähig, selbst bei schwierigen Wachstumsbedingungen. Ihre Beeren sind mittelgroß und von blau-violetter Farbe mit dünner Haut. Sie erreichen hohe Zuckergehalte und damit entsprechende Alkoholwerte. Bis vor kurzem entstanden aus den Trauben hauptsächlich Roséweine, geschmeidig und mit dezenter Säure.

Darüber hinaus galt die Garnacha unter traditionsverbundenen Kellermeistern als ideale Ergänzung anderer Weintypen, dass man hochrangige reinsortige Garnacha Weine keltern könne, glaubte damals kaum jemand. Es waren junge Weinmacher, die an das Potenzial dieser Rebsorte glaubten und sich vor wenigen Jahren erstmals darauf einließen, neue Wege zu gehen. Für sie stellte diese Traube eine besondere Herausforderung dar. Bald produzierten sie die ersten reinen Garnacha Weine, die es mit anderen Spitzenrotweinen aus Spanien aufnehmen konnten.

Jetzt erfährt diese uralte, autochthone spanische Rebsorte eine spektakuläre Renaissance. Dank moderner Kellertechnik entstehen zeitgemäß ausgebaute Garnacha Weine, die begeisterten Anklang finden. Top-Önologen entlocken der alten Traube ganz neue Qualitäten. Dabei setzen sie auf strenge Ertragsreduzierung und bauen die Garnacha mit einem extrem hohen Qualitätsanspruch aus. Dank dieser Avantgarde-Gewächse hat die Traube ein spektakuläres Comeback erfahren und ist bei Tastings wieder in aller Munde. Vor allem, weil sie die wunderbare Fähigkeit besitzt, das Terroir perfekt widerzuspiegeln und in jeder Anbauregion vollkommen unterschiedliche Geschmackstypen hervorzubringen. Mal zeigt sie Facetten von reifen roten Früchten mit blumigen Noten, dann wieder ist sie ausdrucksstark und opulent. Nach Meinung vieler Weinmacher unterstützt die Reifung in neuem Holz ihre Vorzüge noch. So ausgebaut präsentieren hochwertige Garnacha Weine eine feine Würze mit balsamischen Noten.

Weitere Informationen zu Wein aus Spanien finden Sie unter www.wein-aus-spanien.org und WeinausSpanien@pr-integra.com.

Presse-Informationen 12.2010

„Teilen Sie nicht den Mantel, sondern den Wein“

Sankt Martin ist Patron der Reisenden und des Weinbaus an der Loire – der Legende nach pflanzte er die ersten Chenin Blanc Reben bei Tours

TOURS – Denkt man an Sankt Martin, kommt einem unweigerlich die Geschichte vom geteilten Mantel in den Sinn – und natürlich die Martinsgans. Aber nur wenige kennen die ganze Geschichte des Heiligen, der heute weit über die Loire hinaus bekannt ist: Man sagt, dass er den Weinbau an die Loire brachte. Als Bischof von Tours soll er vor den Toren der Stadt bereits im 4. Jahrhundert den Vorläufer des Chenin Blanc gepflanzt haben. Wie man heute weiß, kann dies der Wahrheit entsprechen, denn die alte weiße Edelrebe ist nicht umsonst die weiße Hauptrebsorte an der Loire: Seit vielen hundert Jahren wird sie in Frankreichs größtem Weißweingebiet angebaut. Sie ist verwurzelt in der Region und hat von dort aus die Welt erobert. Chenin Blanc zeichnet sich durch die Charakteristik aus, die Lagen geschmacklich erfahrbar zu machen, und erreicht an der Loire hervorragende Qualitäten – sowohl als unkomplizierter, teils lebhafter Alltagswein als auch als komplexer und alterungsfähiger mineralischer Weißwein.

Wie der Chenin Blanc heute, so war auch einst Sankt Martin Kosmopolit: Geboren 317 im heutigen Ungarn, durchstreifte er als römischer Soldat Europa und war unter anderem lange in Deutschland und Italien stationiert, bevor er nach seiner Dienstzeit in der Provinz Gallien Bischof von Tours wurde und sich durch gute Taten und Krankenheilungen einen Namen machte.  Weil er das Amt erst nicht annehmen wollte, versteckte er sich im Gänsestall, doch diese verrieten ihn mit ihrem Geschrei – daher die Martinsgans. In seinem Soldatenleben verhielt sich Sankt Martin ebenfalls bescheiden und wohltätig. So teilte er in der bekannten Legende seinen Mantel mit einem Bettler, der sich später als Jesus zu erkennen gab. Dieser erhielt übrigens nur die Hälfte des Mantels, weil die andere Hälfte dem römischen Kaiser gehörte – so verhielt es sich damals mit der Ausrüstung des römischen Heers. Sankt Martins starb in Candes-St-Martin bei Tours, heute ein vielbesuchter Wallfahrtsort. Auch gibt es aktuelle Ausgrabungen in den Höhlen bei Marmoutier, wo der Heilige seine letzten Lebensjahre als Einsiedler verbrachte. Hier, in Marmoutier, gründete er auch das Kloster, in dem nachweislich der Grundstein für den Weinbau an der mittleren Loire gelegt wurde. 

Die Ufer der Loire bieten aufgrund ihrer abwechslungsreichen Böden – von Schiefer über Tuffkalkstein bis Feuerstein – ideale Voraussetzungen für den Weinbau. Heute wird Chenin Blan sortenrein in einer ganzen Reihe Appellationen zwischen Tours, Saumur und Anjou angebaut. Diese AOCs bringen grundverschiedene Chenin Blancs hervor, die die Vielfalt der Terroirs widerspiegeln und sich durch eine Balance zwischen Frucht und Säure auszeichnen. „Ein gereifter Chenin Blanc ist eines der herrlichsten Weinerlebnisse, die es auf der Welt gibt. Nur ganz wenige Weine können solch konzentrierte Balance von purer Frucht mit einer anregende lebhaften Säure und delikater Fruchtsüße hervorbringen“, schwärmt die Kölner Top-Sommelière Christina Fischer. Neben den trocken ausgebauten Chenin Blancs entstehen an der Loire auch ausgezeichnete Süß- und Schaumweine, letztere zum Beispiel in Vouvray.

Alle Wege führen nach Tours

Der EU ist Sankt Martins Bedeutung für Europa und die Touraine nicht verborgen geblieben, deswegen fördert sie nicht nur die Ausgrabungen in Marmoutier, sondern auch Fernwanderwege in ganz Europa, die das Wirken von Sankt Martin nachvollziehen: Sie führen von Luxemburg und der Pfalz über Bratislava und Ljubljana bis nach Rom und Sardinien. Mehr Infos zum Erbe Sankt Martins an der Loire gibt es hier: www.saintmartindetours.eu

Passenderweise sind die meisten dieser Wege in schöne Weinregionen eingebettet, insbesondere natürlich in der Touraine, wo man sich in malerischen Weinorten wie Vouvray nach dem Wandern mit einem erfrischenden Chenin Blanc belohnen kann. Sankt Martin, der Europäer, steht heute, in einer eher egozentrischen Zeit, für eine neu aufkommende Kultur des Teilens, die in den Gemeinden, durch die die Routen führen, aktiv gelebt wird: Hier wird einem müden Wanderer gerne eine Mahlzeit angeboten.

Die richtigen Weine am Martinstag

Gedacht wird den edlen Werten des heiligen Martin am 11. November. In Deutschland wird der Martinstag mit Laternenumzügen  und gutem Essen begangen und eigentlich sollte dazu ein kräftiger Chenin Blanc von der Loire, der hervorragend zu Geflügel, Pastete oder Gänseleber passt, nicht fehlen. Sankt Martin ist ein wunderbarer Anlass, statt des Mantels einen Wein zu teilen. Zwar ist zur Martinsgans selbst Chenin Blanc vielleicht nicht ganz das Richtige, aber die Loire hat auch dazu etwas zu bieten, zum Beispiel exzellente Rotweine aus Cabernet Franc. In Frankreich feiert man an diesem Tag in erster Linie den Waffenstillstand, der den 1. Weltkrieg beendete. Im übertragenen Sinne ist auch dies Sankt Martin angemessen: Dieser war bereits als römischer Soldat ein Mann des Friedens und handelte einst vor Worms das Ende einer Belagerung aus. Es spricht also nichts dagegen, in der herbstlichen Touraine auf den Spuren von Sankt Martin zu wandeln und ein paar schöne Weine der „Sankt-Martins-Rebe“ Chenin Blanc zu probieren.

AOCs an der Loire, die reinsortige Chenin Blancs produzieren:

Anjou: Anjou Blanc, Savenniéres, Bonnezeaux, Quarts de Chaume, Coteaux du Layon, Coteaux du Layon Villages, Coteaux de l’Aubance, Anjou Coteaux de la Loire

Saumurois: Saumur Blanc, Coteaux de Saumur

Touraine: Vouvray, Monlouis sur Loire, Jasniéres, Coteaux de Loire, Chinon Blanc, Touraine Azay-le-Rideau, Touraine Amboise 

Vins de Loire

Die Weinbauregion Loire ist der größte Weißweinproduzent Frankreichs. 65.000 Hektar bringen charaktervolle und dennoch klassische Weine hervor, die zumeist reinsortig ausgebaut werden. Sorten wie Chenin Blanc und Cabernet Franc stehen als regionaltypische Reben im Vordergrund. Einen Namen gemacht hat sich die Loire außerdem mit ihren Rosés und ihren Schaumweinen. InterLoire ist der Dachverband der Loire-Weine. Er vereint über 4.000 Winzer, 60 Handelshäuser und 16 Genossenschaften der Weinbaugebiete Anjou, Saumurois, Touraine und Pays Nantais und hat sich die dauerhafte Aufwertung des drittgrößten französischen Weinbaugebietes zum Ziel gesetzt.

Der Pressetext stammt von  www.organize.de im Bereich Presseservice.

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